Dr. med. dent. M.Brandt
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Zahnerhaltung

Was gefährdet Ihre Zähne?

1. Karies
2. Parodontose
3. Saures
4. Zähneknirschen und -pressen

1. Zähne können faulen, wenn mehrere Faktoren zusammen kommen: Bakterien, zuckerhaltige Lebensmittel und Zahnbeläge, in denen sich die Bakterien ansiedeln. Die Bakterien vergären den Zucker zu Milchsäure, die den Zahnschmelz angreift und zerstört. Die Bakterien können sich so bis ins Zahninnere ausbreiten. Schmerzen entstehen spätestens dann, wenn der Zahnnerv befallen ist. Wenn der Zahn überhaupt noch erhalten werden kann, dann mit einer Wurzelbehandlung.
Lassen Sie es nicht soweit kommen! Was Sie dagegen tun können:
- Pflegen Sie Ihre Zähne insbesondere auch in den Zahnzwischenräumen, dort wo die Zahnbürste nicht oder nur schlecht hinkommt.
- Gönnen Sie sich mindestens 2 mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung.
Dabei werden auch die Stellen, die Sie zu Hause nur ungenügend erreichen gründlich gereinigt und mit einem Lack versehen, der den Zahnschmelz härtet und widerstandsfähiger gegen die Bakterienangriffe macht.
Lesen Sie dazu die folgende Empfehlung der Stiftung Warentest aus dem Jahrbuch „Zähne“ (2003) als unabhängige Instanz:
„Wer Wert auf intakte Zähne und gesundes Zahnfleisch legt, kommt um die professionelle Vorbeugung (Prophylaxe) nicht herum. Diese professionelle Mundhygiene ist absolut zu empfehlen.

- Ernähren Sie sich gesund. Vor allem Cola, Chips, Salzstangen, Schokolade, also Lebensmittel mit besonders vielen Kohlenhydraten, mögen die Karies-Erreger.
-Speichel ist die wichtigste körpereigene Waffe zur Abwehr der Karies. Wenn Sie nach dem Essen keine Möglichkeit zum Zähneputzen haben, hilft ein Zahnpflegekaugummi (zuckerfrei), den Speichelfluss anzuregen und die Zähne zu säubern.

2. Parodontose, medizinisch korrekt: Parodontitis
Eine sehr heimtückische Erkrankung, da sie in der ersten Zeit nahezu schmerzfrei abläuft. Fast 80% der deutschen Bevölkerung ist betroffen.
Ursache sind auch hier Bakterienansammlungen, die den Zahnhalteapparat schädigen. Hier sind allerdings andere Bakterein beteiligt als bei der Karies. Die von den Bakterein produzierten Säuren verursachen eine Zahnfleischenzündung, später auch den Abbau des zahnumgebenden Knochens. Dies geht nicht bei allen Patienten mit bemerkbarem Zahnfleischbluten einher und wird somit häufig nicht wahrgenommen.

Was kann man dagegen tun?
 Bei der zahnärztlichen Kontrolluntersuchung wird auch der Zustand des Zahnfleisches beurteilt. Eine Parodontose im Anfangsstadium erfordert noch keine aufwändige zahnärztliche Behandlung. Ein individueles Prophylaxeprogramm (verschiedenen Maßnahmen zur Vorbeugung) kann den Verlauf stoppen. Gerade hier gilt: Früherkennung hilft Zahnverlust und umfangreiche Behandlungen zu verhindern.

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 Vorbeugen ist besser als Heilen. Deshalb auch hier auf penible Reinigung der Zähne und Zahnzwischenräume achten. Ebenfalls hilft regelmäßige professionelle Zahnreinigung, schädliche Baktereinkolonien erst gar nicht entstehen zu lassen.

3.Saures Obst, Rotwein, Softdrinks,

säurehaltige Medikamente (z. Bsp. Viamin C Lutschtabletten) üben Säureangriffe auf die Zähne aus. Dabei wird die oberflächliche Schicht des Zahnschmelzes erweicht und ist weniger widerstandsfähig. Sie wird schneller abgerieben. Es entstehen sogenannte Erosionen, muldenförmige Zahnsubstanzdefekte.
Sehr häufig sind Personen betroffen, die eine gesunde Ernährung mit viel Obst praktizieren. Diese ist aus medizinischen Gründen sehr sinnvoll und sollte auch beibehalten werden. Achten Sie jedoch darauf, sich frühestens eine Stunde nach der letzten säurehaltigen Mahlzeit die Zähne zu putzen. Die Zahnbürste kann sonst den erweichten Zahnschmelz schneller herunterschrubben. Wenn Sie warten hat der Speichel Zeit, wieder Mineralien in die Zahnoberfläche einzulagern. So ist der Zahn dann wiederstandsfähiger.
Unterstützend ist hier wieder ein zuckerfreier Zahnpflegekaugummi. Eine fluoridhaltige Mundspüllösung kann nach einer säurehaltigen Mahlzeit das Zähneputzen ersetzen und Fluorid zur Zahnhärtung bereitstellen. Das häufig emfohlene Ausspülen des Mundes nach säurehaltigen Lebensmitteln ist wenig hilfreich (vgl. Verdünnungsreihe einer Säure).
Weiterhin hilft, die Anzahl der „Säureattacken“ zu reduzieren, d.h. säurehaltige Lebensmittel zusammen, statt über den Tag verteilt zu essen.
Obst kann zusammen mit Joghurt oder Quark angerichtet werden. Die Mineralien puffern zum Teil die Säuren ab.
Im Käse enthaltenen Mineralien können Mineralverlust aus den oberen Zahnschichten wieder auffüllen (Remineralisation). Deshalb ist Käse zum Rotwein auch gut für die Zähne.

4. Steht man unter Stress oder hat Sorgen, passiert es oft, dass mit den Zähnen geknirscht wird. Tagsüber unbewusst oder nachts im Schlaf. Dies kann zu Verspannungen im Kopf- und Halsbereich führen. Im Bereich der Backenzähne entsteht dabei ein erheblicher Druck (entsprechend 70 Kilogramm und mehr). Dabei nutzen sich die Zähne sehr stark ab und können brechen. Fast jeder fünfte Deutsche knirscht im Schlaf. Das bleibt oft sehr lange Zeit unbemerkt.
Ein aufmerksamer Partner oder der Zahnarzt/Zahnärztin verhelfen oft erst zur Diagnose.
Zum Schutz vor weiterem Abknirschen der Zahnsubstanz hilft nur eine Aufbisschiene oder das Abstellen des Knirschens (letzteres gelingt häufig nicht)

Die angegebenen Informationen dienen der allgemeinen Informationen und können nicht umfassend und vollständig auf die individuelle Situation eingehen. Sie ersetzen nicht die umfassende Beratung in der Zahnarztpraxis.